Stellungnahme zum offenen Brief der Gewerkschaft der Polizei!

„Beim Spiel Eintracht gegen Aue am Freitagabend (17. Februar) ist es erneut zu nicht akzeptablen Vorfällen in der Südkurve, genauer im Block 9, gekommen.“

Halt stopp, was ist passiert? Das dürften sich die meisten Eintracht Fans wirklich gefragt haben, als sie diesen Satz der GdP Braunschweig vergangene Woche lesen mussten. Im Stadion war doch alles wie immer, sehr friedlich. Es gab auch keine Pyrotechnik und unsere Eintracht spielte nur 1:1 gegen einen Abstiegsfavoriten.

„Mit einem großen Transparent ’Scheiß Bullen’ wurden die Polizeieinsatzkräfte, die bei jedem Heimspiel für Sicherheit rund um das Stadion sorgen, einmal mehr beleidigt. Die Mehrheit der im Stadion anwesenden Fans hat die Polizisten als Adressaten des Schriftzuges wahrgenommen.“

Spätestens jetzt wurde den Eintracht Fans unter den Lesern klar, woher der Wind weht. Klar gab es das besagte Spruchband, nur warum führte es im Stadion nicht zu derselben Entrüstung, wie bei der Polizei? Vielleicht liegt es ganz einfach daran, dass sich Fans und Verein mit dem Fußball und der dazugehörigen Fankultur auskennen. Nach den Vorfällen rund um das Spiel Borussia Dortmund gegen RB Leipzig gab es deutschlandweit Proteste gegen RB Leipzig und für eine freie Meinungsäußerung. Wir als Blau-Gelbe Hilfe e.V. treten auch entschieden für eine freie Meinungsäußerung ein. Sicher lässt sich oft über guten Geschmack streiten, aber mit diesem Thema hat selbst die professionelle Presse immer wieder zu „kämpfen“. Nur weil einem manchmal die Ausdrucksweise oder Wortwahl nicht gefällt, muss eine Demokratie trotzdem auch grenzwertige Aussagen, welche keine Beleidigung darstellen, hinnehmen und aushalten können.

An dieser Stelle möchten wir auch noch an das Spruchband beim Heimspiel gegen RB Leipzig von der Braunschweiger Fanszene verweisen.

[„In Braunschweig weiß ein jedes Kind, dass alle Bullen (Anmerkung: Bullen in rot, Hintergrund blau) scheiße sind!“].

Damals wurde versucht zwei Fans für das Aufhängen verantwortlich zu machen und auch strafrechtlich dafür zu belangen. Nachdem recht schnell klar war, dass strafrechtlich wenig zu holen ist, da keine Beleidigung vorliegt, wurde der Umweg über eine Ordnungswidrigkeit versucht. So hätte man wenigstens ein Ordnungsgeld als Strafe verhängen können. Die Blau-Gelbe Hilfe konnte mit Hilfe ihres Anwalts allerdings eine Einstellung für beide Fans erzielen, welche somit nicht zu Unrecht bestraft wurden. Immerhin handelte es sich auch hierbei eindeutig um ein Spruchband gegen RB Leipzig, welche sich selbst „Die roten Bullen“ nennen und Eintracht Braunschweig mal so ganz nebenbei selbst im eigenen offiziellen Stadionmagazin mit der Werbung „Gut für die Bullenjagd“ gegen Leipzig auffuhr.

Das angeblich die Mehrheit der anwesenden Fans im Stadion dieses Spruchband auf die Polizei bezog, ist nur sehr schwer vorstellbar. Hier bedient man sich einfach einer Behauptung, welche völlig aus der Luft gegriffen ist. Ob man als Gewerkschaft der Polizei so das Vertrauen der Fans für die Polizei als Ganzes gewinnt, bleibt fraglich. Natürlich sollte man auch hier nicht direkt pauschalisieren, aber es zeigt auch, dass man die Äußerungen der Polizei und deren Gewerkschaften immer hinterfragen sollte!

„Für uns als Fußballbegeisterte aber auch als Gewerkschaftsvertreter ist in diesem Zusammenhang erneut nicht nachvollziehbar, warum die Spieler sich nach dem Spiel – trotz dieser Beleidigungen sowie des weiteren Ansehensverlustes für den Verein und den Fußball – immer noch vor diesen Chaoten und Straftätern präsentieren und sie damit hofieren. Hinzu kommt, dass überhaupt keine Reaktion durch die Ordnungskräfte oder den Stadionsprecher – auch nicht beim beleidigenden Lied gegen Hannover – erfolgte.
Haben sich der Verein und die Spieler jetzt den Chaoten unterworfen? Ist der Verein der Auffassung, dass dies tatsächlich unter „Meinungsfreiheit“, wie es Block 9 am 17. Februar auf Plakaten dargestellt hat, zu subsumieren ist? Wir bleiben dabei, irgendwann müssen Verein und Mannschaft dazu kommen, dass sie dem schriftlich verfassten Leitbild auch durch klare Botschaften zum Leben verhelfen.
Die Gewerkschaft der Polizei steht für Gespräche mit Vereinsführung und Mannschaft weiterhin zur Verfügung.

Michael Steinhof Jörg Kremer Dietmar Schilff, GdP-Kreisgruppe Braunschweig GdP-Bezirksgruppe Braunschweig GdP Niedersachsen“

Die Blau-Gelbe Hilfe setzt sich auch deutlich gegen eine pauschale Vorverurteilung von Eintracht Fans ein! Hier werden wieder einmal alle Fans aus dem Block 9 als Chaoten und Straftäter abgestempelt. Bei einem ausverkauften Block spricht man hier immerhin von ca. 1500 Eintracht Fans, welche durch ein Spruchband gegen RB Leipzig alle als Straftäter bezeichnet werden. Dazu versucht man noch Druck auf den Verein auszuüben, welche in dieser Situation ausgezeichnet reagiert hat. Nämlich einfach gar nicht und genau das war ein richtiges Signal. Es gibt mit Sicherheit Situationen in denen auch der Verein klar Stellung beziehen muss, aber sich von einer Polizei Gewerkschaft erpressen lassen, sollte man sich sicherlich nicht. Nur so kann man seine Fans auch erreichen, wenn es wirklich notwendig und angebracht ist!

Wir als Blau-Gelbe Hilfe e.V. bieten der GdP-Kreisgruppe Braunschweig gerne an, sie über Fankultur zu informieren und aufzuklären. Vielleicht gibt es in Zukunft dann keine so peinlichen Mitteilungen mehr und unschuldige Fans müssen sich nicht Monate lang mit Vorwürfen konfrontiert sehen, eine angebliche Ordnungswidrigkeit begangen zu haben.

Eure Blau-Gelbe Hilfe