Vfl Bochum gegen Eintracht Braunschweig am 08.05.2016

Viele Eintracht-Fans sind mit dem Zug nach Bochum gereist. Auf dem Rückweg ist es während des Aufenthaltes am Bielefelder Hauptbahnhof zu einem erheblichen Zwischenfall gekommen.

Da Arminia Bielefeld am Sonntag ein Heimspiel hatte, wurden die Treppenbereiche auf dem Bahnsteig vom mitgereisten Ordnungsdienst abgesichert um eine Begegnung beider Fanlager zu vermeiden.

Das hat nicht ganz so gut funktioniert, denn in der Unterführung hielten sich bereits Bielefelder Fans auf, die die Eintracht-Fans provozierten. Die Polizei rückte mit den in Braunschweig bekannten Szenekundigen Beamten an und vertrieb die Fans von einem der Treppenbereiche. Einige Eintracht-Fans liefen in Richtung der entgegengesetzen Treppe. Hier hinderte ein, zunächst nicht als solcher zu erkennender, ziviler Polizeibeamter an der Bahnsteigkante heraneilende Braunschweiger durch Festhalten am Weiterkommen. Einen Eintracht-Fan stieß er dabei gezielt in Richtung Gleise, sodass dieser auf die Schienen ins Gleisbett fiel. Weitere Eintracht-Fans versuchte er mit Hilfe seines Pfeffersprays zu stoppen. Dieses sprühte er aus nächster Nähe, mit nur minimalem Abstand, den an ihm vorbeilaufenden Braunschweigern ins Gesicht. Erst zu diesem Zeitpunkt war zu erahnen, dass es sich hierbei um einen Zivilpolizisten handeln musste.

Ein Mitglied der Blau-Gelben-Hilfe hat dieses Vorgehen des Polizeibeamten beobachtet und ist auf genau diesen zugegangen um ihn nach seiner Dienstnummer zu fragen. Aber erst nachdem einer der Braunschweiger Szenekundigen Beamten auf das Gespräch aufmerksam wurde und seinen Kollegen explizit zur Herausgabe seiner Daten aufforderte, erhielt unser Mitglied dessen Dienstausweis und Namen.

Währenddessen begann die kurz zuvor eingetroffene Bereitschaftspolizei, die auf dem Bahnsteig stehenden Eintracht-Fans in den Zug zu schieben. Anschließend verweilten die Polizisten im Zug und sperrten teilweise die Durchgänge zwischen verschiedenen Abteilen ab. Auf die Nachfrage, warum sie die Fans am Aufsuchen ihrer Sitzplätze hinderten antwortete einer der Polizisten, dass er den Grund nicht wüsste, da er in eine andere Richtung schauen würde. In einem anderen Abteil mussten Eintracht-Fans hingegen ihre Personalien abgeben, da sie 1. Widerstand beim Einstieg in den Zug geleistet und 2. anschließend im Weg rumgestanden haben sollen. Da der Zug zu diesem Zeitpunkt aber bereits überfüllt oder die Abteile durch die anwesende Bereitschaftspolizei versperrt wurden, war es den Beschuldigten beim besten Willen nicht möglich, in den Zug zu steigen bzw. weiter ins Zuginnere zu gelangen.

Nach einiger Zeit räumten die Polizisten die Abteile und die Fahrt konnte fortgesetzt werden. Allerdings mögen wir uns gar nicht vorstellen was alles hätte passieren können, wenn die Polizei noch aggressiver vorgegangen wäre. Das Stoßen einer Person ins Gleisbett und die Nutzung des Distanzmittels Pfefferspray aus nächster Nähe, aber vor allem in der Nähe der Bahnsteigkante? Viel gefährlicher können solche Situationen nicht mehr werden! Wir möchten weitere Zeugen bitten sich mit uns in Verbindung zu setzen, um diese Vorkommnisse zu dokumentieren.

Viele Grüße,
eure Blau-Gelbe-Hilfe